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Kaliningrad Oblast

Das Kaliningrader Gebiet ist eine Region mit einer interessanten und reichen Geschichte, das zudem außerhalb des sonstigen russischen Territoriums liegt. Kaliningrader hat eine besondere Verbindung zu Deutschland, denn bis 1945 gehörte die Provinz mit der Hauptstadt Königsberg (heute Kaliningrad) zu Deutschland. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde das Gebiet Teil des Nordwestlichen Föderalbezirks Russlands. Anfang 2020 betrug die Bevölkerung des Kaliningrader Gebiets mehr als eine Million Einwohner.

Stromnetzseitig betrachtet ist das Gebiet Teil des Nordwestens der UPS Russlands (Unified Power System of Russia), jedoch sind die Stromnetze der UPS und des Kaliningrader Gebiets durch den BRELL-Ring (Weißrussland, Russland, Estland, Lettland und Litauen) vereint, insbesondere seine lettischen und weißrussischen Teile.

Das Gebiet verfügt über eine ausreichende installierte Kraftwerkskapazität, um den eigenen Strombedarf mit eigener Erzeugung vollständig zu decken. Gegenwärtig ist die Region noch vom BRELL-Ring abhängig und ist sich der Notwendigkeit bewusst, ausreichende Kapazitäten für eine vollständige Selbstversorgung zu schaffen, falls die Verbindung mit BRELL und UPS jemals unterbrochen wird. Fast 100% der Elektrizität in der Region wird in erdgasbefeuerten Heizkraftwerken erzeugt. Von den erneuerbaren Kapazitäten in der Region gab es ein 5.1-MW Windkraftwerk „Zelenogradskaya“ im Dorf Kulikovo, das vom regionalen Netzbetreiber und Energieversorger AG (Aktiengesellschaft) „Yantarenergo“ JSC über dessen Tochtergesellschaft „offene Aktiengesellschaft „Kaliningrad Generating Company“ geführt wird. Vor ein paar Jahren wurde das Windkraftwerk abgebaut und ein neuer Windpark „Ushakovskaya WPP“ erschien in der Region mit der gleichen installierten Leistung und auch in der Bilanz von JSC „Yantarenergo“.

Am 29. Mai 2018 veranstaltete das Projektteam von ENABLING PV im Kaliningrader Gebiet zum ersten Mal einen runden Tisch zum Thema "Integration erneuerbarer Energien in das Energiesystem des Kaliningrader Gebiets". An dem Rundtischgespräch nahmen das Fraunhofer-Institut IEE, Vertreter der Hochschule für Wirtschaft der Staatlichen Technischen Universität Kaliningrad (KSTU), des Ministeriums für Wohnungsbau und kommunale Dienstleistungen und Bauwesen des Kaliningrader Gebiets, AG „Yantarenergo“ sowie weitere Gäste und Interessenten, darunter auch Unternehmen, teil. Dieses Treffen legte den Grundstein für erste Ideen zu PV-Pilotprojekten.

Am 13. November 2018 fand in Kaliningrad ein weiteres ENABLING-PV-Seminar statt, an dem sowohl die Teilnehmer der ersten Veranstaltung als auch neue Vertreter teilnahmen, wie z.B. ein Vertreter der Kaliningrader Firma für die Entwicklung und Implementierung von energiesparenden Lösungen und EE-Technologien (AES-Center) und weitere Experten aus Deutschland. Während des Gesprächs wurden die deutschen Erfahrungen auf dem Gebiet der Energieeffizienz und der erneuerbaren Energien, die Möglichkeit der Anpassung dieser Erfahrungen und der Technologie für den russischen Markt, die Wirkungsmechanismen der russischen Dekrete 449 und 47 sowie die Zukunft des Gesetzes über die Mikroerzeugung in Russland (damals wurde der Gesetzentwurf erstmals in der Staatsduma diskutiert) erörtert. Als Ergebnisse wurden Optionen für die Planung und Umsetzung von drei Pilotprojekten mit Nutzung von Energieeffizienz- und Solarenergietechnologien in der Region diskutiert.

Die Treffen haben es ermöglicht, vertrauensvolle Beziehungen zwischen deutschen Unternehmen, Experten und „Yantarenergo“ sowie der KSTU aufzubauen. Als ein Ergebnis der Kooperation war das AES-Center in Zusammenarbeit mit dem deutschen Unternehmen Solar23 am Bau einer Demonstrationsanlage auf einer Kaliningrader Schule beteiligt. Weitere Informationen siehe hier.

Des Weiteren ist ein Musterhaus zum Probewohnen mit Einsatz von Photovoltaik, Energieeffizienzlösungen und Elektromobilität in der Gemeinde Svetlogorsk in Planung. Derzeit laufen die Verfahren für die Baugenehmigung.